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Vorrückung – Vorrückungsstichtag

Pragmatisierte Lehrer/innen 
Gehaltsgesetz §§ 8,10,12,12a, 64a in Verbindung mit 116 (1)

Vertragslehrer/innen
VBG §§ 19, 26, 42a in Verbindung mit 90 (1), 82a

Der Vorrückungsstichtag wirkt sich im Dienstrecht und im Entgeltsystem wie folgt aus: 
• Vorrückung in höhere Bezüge, 
• Jubiläumszuwendung, 
• Provisorische Dienstzeit. 

Arten der Anrechnung: 
• ganz, 
• halb, 
• gar nicht. 

Verbot der Doppelanrechnung: Wenn zwei anrechnungswürdige Zeiten zusammenfallen, dann können sie nicht addiert werden, sondern es kann nur eine für die Ermittlung des Vorrückungsstichtages berücksichtigt werden (z. B. Präsenzdienst während des Studiums). 

1. Vorrückungsstichtag
Maßgeblich für die Vorrückung ist der Vorrückungsstichtag. Dieser wird durch den Landesschulrat bescheidmäßig mitgeteilt bzw. bei Vertragslehr- personen mit einer Beilage zum Dienstvertrag festgestellt.

a) Ermittlung 
Zeiten ab der Vollendung des 15. Lebensjahres bzw. Zeiten nach dem       30. Juni jenes Jahres, in dem die Schulpflicht absolviert wurde werden dem Tag der Anstellung entweder zur Gänze oder sonstige Zeiten für ein Höchstausmaß bis zu 3 Jahren zur Gänze und weiteren 3 Jahren zur Hälfte vorangesetzt.

b) Zur Gänze werden u. a. angerechnet 
Die Zeiten des abgeschlossenen Studiums, das für die Beamtin oder den Beamten in den Verwendungsgruppen L2a2 oder L2a1 Ernennungs-erfordernis ist, bis zum Höchstausmaß der vorgesehenen Zeit.

  •  Die Zeiten in einem Dienstverhältnis zu einer inländischen Gebietskörperschaft oder zu einem inländischen Gemeindeverband oder als Lehrkraft einer öffentlichen Schule, Universität oder Hochschule, an der Akademie der bildenden Künste oder an einer mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten inländischen privaten Schule, Universität oder an einer Pädagogischen Hochschule oder Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien. Nicht anrechenbar ist aber z.B. die Zeit der Verwendung einer ausgebildeten Lehrperson als Erzieher an einer Privatschule.
  •  Die Zeit der Ableistung des Präsenzdienstes ( Zivildienstes ) sowie die Zeit der Tätigkeit als Fachkraft der Entwicklungshilfe im Sinne des Entwicklungshelfergesetzes.

c) Sonstige Zeiten
bis zu 3 Jahren zur Gänze und bis zu weiteren 3 Jahren zur Hälfte

Davon wird der Überstellungsverlust abgezogen:
bei L2a – 2 Jahre
bei L1 und LP – 4 Jahre
bei L2b und L3 – 0 Jahre

d) Zeitvorrückung-Vorrückung  (GehG § 8, VBG § 19)

Für die Vorrückung ist der Vorrückungsstichtag maßgebend und beginnt mit der Gehaltsstufe 1 (Ausnahme: Verwendungsgruppe L1).
Der erforderliche Zeitraum, um in die zweite Gehaltsstufe zu gelangen, beträgt fünf Jahre
Die weiteren Vorrückungen ab Gehaltsstufe zwei in die nächsthöheren Gehaltsstufen erfolgen nach jeweils zwei Jahren (Biennien).
Die Dienstalterszulage (DAZ) gebührt allen pragmatisierten Lehrer/innen nach 4 Jahren in der 17. Gehaltsstufe und beinhaltet eineinhalb Vorrückungsbeträge.
Für Vertragslehrer/innen gebühren 19 Gehaltsstufen.

e) Vorrückungstermine (GehG § 8 Abs. 2, VBG § 19)
1. Jänner: Vorrückungsstichtag zwischen 1. Oktober und 
                31. März
1. Juli:       Vorrückungsstichtag zwischen 1. April und 
                 30. September

2. Karenzurlaub Anrechnung zur Hälfte
a) Karenzurlaub im Anschluss an die Karenzzeit aufgrund des MSchG/VKG 
zur Betreuung eines eigenen Kindes oder Pflegekindes oder eines Wahl/Pflegekindes bis längstens zum Beginn der Schulpflicht des betreffenden Kindes (LDG § 58, VBG 29b),
b) Pflege eines Kindes oder eines pflegebedürftigen Angehörigen (LDG § 58c, VBG 29e).

3. Hemmung der Vorrückung 
a) durch bescheidmäßige Feststellung, dass der zu erwartende Arbeitserfolg trotz Ermahnung nicht aufgewiesen wird, 
b) durch Nichtablegung einer für die dienstrechtliche Stellung maßgeblichen Prüfung innerhalb der hierfür festgesetzten Frist,
c) durch Antritt eines Karenzurlaubes gegen Entfall der Bezüge.

Keine Hemmung bei Karenz nach MSchG § 15 bzw. VKG § 2

4. Vertragslehrer/innen – IIL – VBG §§ 43 und 44

Die Entlohnung erfolgt über die Jahresentlohnung entsprechend der Entlohnungsgruppe. Es gibt keinen Vorrückungsstichtag und keine Gehaltsstufen und keine Vergütung von Dauermehrdienstleistungen.
Das Entlohnungsschema II L umfasst für Lehrer/innen II L die Entlohnungsgruppen I 2a2, I 2a1, I 2b1 und l 3.
Maximale Gesamtverwendungsdauer als Vertragslehrer/in des Entlohnungsschemas IIL (5 Jahre inklusive von Einrechnungs-zeiten) undÜberstellung in das Entlohnungsschema IL (mehr als 10 Stunden sind notwendig) sind im VBG in den §§ 42 d – f geregelt.
Verwendete Abkürzungen:

GehG – Gehaltsgesetz
LDG – Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz
MSchG- Mutterschutzgesetz
VBG – Vertragsbedienstetengesetz
VKG- Väter-Karenzgesetz

Aktuaslisiert: 1.12.2011